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Ségolène verärgert Kanadas Regierung mit Äußerung zu Quebec

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olivier.kaemmerer




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MessageSujet: Ségolène verärgert Kanadas Regierung mit Äußerung zu Quebec   Mer 24 Jan - 18:07

Von der Standart online, Österreich. Was denkt denn Deutschland darüber?

Royal verärgert Kanadas Regierung mit Äußerung zu Quebec
Harper: Einmischung von außen "äußerst unangebracht"

Paris/Montréal - Die französische Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal hat die kanadische Regierung mit Äußerungen zur möglichen Unabhängigkeit der Provinz Quebec verärgert. Für ausländische Politiker sei es "höchst unangebracht, sich in die demokratischen Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen", erklärte Kanadas Premierminister Stephen Harper am Montagabend (Ortszeit). Nach einem Treffen mit den Chef der nach Unabhängigkeit strebenden Quebec-Partei, Andre Boisclair, hatte die Sozialistin in einem vom kanadischen Rundfunk verbreiteten Interview gesagt, beide teilten als Werte "die Freiheit und die Souveränität" für Kanadas einzige Provinz mit französischsprachiger Mehrheit.

Harper erklärte, Kanada freue sich darauf, im nächsten Jahr den 400. Jahrestag der Gründung Kanadas mit dem nächsten Präsidenten Frankreichs zu begehen. "Wir erwarten im Gegenzug, dass der nächste Präsident Verständnis für unsere gemeinsame Geschichte zeigt und Respekt für Kanada und und die Kanadier." In Quebec hatten 1980 und 1995 Volksabstimmungen über eine mögliche Unabhängigkeit von Kanada stattgefunden. Eine Abtrennung der Provinz war bei der zweiten Abstimmung nur knapp gescheitert. Die Quebec-Partei will ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit organisieren, wenn sie bei den Wahlen 2008 in der Provinz an die Macht kommt.

Royal wies den Vorwurf der Einmischung am Dienstag im Radiosender Europe 1 zurück. Frankreich werde "weder den Quebecern noch den Kanadiern diktieren, was sie zu tun haben". Sie habe zudem "zu keiner Zeit" bei ihrem Treffen mit Boisclair am Montag in Paris institutionelle Reformen besprochen, sagte die Sozialistin. "Wie in jeder Demokratie ist das Wahlvolk souverän und frei. Folglich werden die Quebecer zu gegebener Zeit frei über ihr Schicksal entscheiden, wenn sie gefragt werden." Royal fügte an, sie halte den Ausspruch von General Charles de Gaulle "Vive le Québec libre" ("Es lebe das freie Quebec") immer noch für einen "schönen Satz"; sie selbst würde ihn allerdings nicht so sagen.

Frankreichs konservative Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie kritisierte Royal als "äußerst leichtfertig" im Umgang mit außenpolitischen Themen. "Wenn man über internationale Beziehungen spricht, muss man bei der Wortwahl aufpassen", sagte sie im Radiosender RMC Info. Royal eckte schon mehrfach mit Äußerungen zur Außenpolitik an. Dem Iran will sie auch die zivile Nutzung der Atomenergie untersagen, was gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßen würde. Bei ihrer Visite im Libanon Anfang Dezember hatte sie erst mit Verspätung gegen die Äußerung eines Hisbollah-Politikers protestiert, der Israels Vorgehen in dem Land mit Nazi-Methoden verglichen hatte - laut Royal, weil die Äußerung nicht übersetzt worden war. Ihre Gegner griffen Royal zudem an, weil sie in China das dortige Justizsystem lobte.(APA/AFP)
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